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Pässe und Bergstraßen per Fahrrad

Mit dem Rennrad und dem Mountainbike
unterwegs auf einigen der berühmtesten Anstiege der Welt

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Bergstraßen per Fahrrad

Mit dem Rennrad und dem Mountainbike unterwegs auf einigen der berühmtesten Anstiege der Welt

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Ötztaler Radmarathon 2009
Kühtai - Brenner - Jaufenpass - Timmelsjoch

Na bitte, geht doch! Nach dem Desaster im Vorjahr (siehe unten) dieses Jahr die erfolgreiche Teilnahme am wohl bekanntesten Radmarathon Europas: Ötztaler Radmarathon! Das einzige Ziel lautete: Heil Durchkommen und das strenge Zeitlimit nicht zu überschreiten! Die Voraussetzungen waren zwar nicht so prickelnd: Nur 1.900km in den Beinen seit März, darin enthalten Teilnahmen am Dolomiti und am Alpenbrevet mit jeweils sehr bescheidenen Finisher-Zeiten. Die Anreise erfolgte dafür bereits am Freitag und so gab es noch genug Zeit, den Sonnabend geruhsam im 36 Grad warmen Pool im Thermalbad zu verbringen. Am Renntag standen dann wieder 4.000 Teilnehmer morgens um 6 Uhr am Start zur spektakulären Show mit Hubschraubern und Feuerwerk. Auf Fotos und Video wurde während der Runde bewusst verzichtet, um das große Ziel durch Zeitverschwendung nicht zu gefährden. Unten finden sich daher nur einige Impressionen vor dem Rennen.

Start: Sölden 1.377m
Höhenmeter: 5.209m
Distanz: 232km
August 2009

Zunächst geht es von Sölden talabwärts nach Ötz. Von dort führt die Strecke das Kühtai auf über 2.000m hinauf. Die Abfahrt gelangt bis nach Innsbruck, um dann langgezogen den Brenner hinaufzuführen. Wer nur finishen will, muss am Brenner die richtige Gruppe finden, dann rollt es von selbst den Pass hoch. In Südtirol kommt dann der Jaufenpass bis auf knapp 2.100m Höhe. Dieser Pass war schon im Vorjahr das Fallbeil und auch im Jahr 2009 gefiel mir der überhaupt nicht. Zum krönenden Abschluss dann das Timmelsjoch von seiner Südrampe hoch bis auf 2.509m. Wer es bis 19:30 Uhr hier oben hin geschafft hat, muss nur noch nach Sölden hinunter rollen, wobei der Gegenanstieg zur Mautstelle und das letzte kleine Zipfelchen bei Zwieselstein die letzten Kraftreserven fordern.

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Am Vortag des Rennens zeigt sich das Wetter von seiner schlechten Seite. Hier der Blick vom Hotelzimmer hinauf zur Nordrampe des Timmelsjoch. Am nächsten Tag folgen dann jedoch perfekte Wetterbedingungen bei strahlend blauem Himmel und Temperaturen zwischen 5 Grad beim Start und über 30 Grad am Fuße des Timmelsjoch.


Sölden füllt sich im Laufe des Tages. Italienisch dominiert an jeder Ecke, obwohl nur 1/5 der Teilnehmer von dort kommt.


Auch die offizielle Beflaggung im Ort weist auf das Großereignis hin.


Parade der Finisher-Trikots in der Veranstaltungshalle im Ortskern. Das Teil ganz oben gab es im Jahr 2009 als Belohnung für jeden Finisher!


Lange Schlangen bei Abholung der Startunterlagen am Vortag.


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Das übliche Bild vom Start. Etwa eine 3/4 Stunde wartet die Masse auf den Startschuss und verbringt die Zeit mit Plauderei mit dem Nebenmann, mit Dehnübungen oder mit dem Gedanken an das Bier im Ziel.


Spaßige Unterbrechung auf der Strecke auf Höhe Ochsengarten am Kühtai. Hier versperrt eine Baustelle den Weg und zwingt die Teilnehmer zum Absteigen und Schieben...




Ötztaler Radmarathon 2008
Protokoll des Scheiterns

Kühtai - Brenner - Jaufenpass - Timmelsjoch

Der Ötzi - der Mythos unter den Pass- und Bergfahrern fand im Jahr 2008 in seiner 28. Auflage statt und führte über offizielle 238km und 5.500 Höhenmeter. Der Ötzi ist damit etwas länger und anspruchsvoller als das französische Pendant La Marmotte. Auch in diesem Jahr gab es nur 4.000 Startplätze für deutlich mehr Bewerber. Wer Losglück hatte, durfte morgens um 6:45 Uhr in Sölden an den Start. Aber irgendwie sollte es dieses Jahr wohl nicht sein: Am Flughafen München der erste Schreck als das Rennrad erst mit erheblicher Verspätung ankam (war wohl in einem anderen Flieger). Der Camcorder war schon vor Reisebeginn hinüber, hatte den Himalaya-Trip einige Wochen zuvor nicht überlebt. Und Schmerzen in der linken Achillessehne ließen schon vor dem Start nichts Gutes ahnen...

Start: Sölden 1.377m
Höhenmeter bis Abbruch: 4.165m
Distanz bis Abbruch: 201km
August 2008

Das beeindruckende Profil beginnt in Sölden, führt hinab durch das Ötztal und dann zum Kühtai hinauf. Die nachfolgende Abfahrt Richtung Innsbruck ist eine der bekanntesten Hochgeschwindigkeitsstrecken der Alpen. Dann gehts den Brenner hinauf und rüber nach Italien. Ab Sterzing beginnt die Ostrampe zum Jaufenpass, der auf der Westseite nach St. Leonhard hinabführt. Nach mehr als 180km in den Beinen kommt dann zum Abschluss der gemütliche Weg hoch zum Timmelsjoch. Hier endet die Reise aber leider nach rd. 200km beim Gasthof Schönau, der auf etwa halber Strecke der Südrampe des Timmelsjoch liegt. Eigentlich geht es noch ca. 800 Höhenmeter weiter hinauf und dann auf österreichischer Seite wieder hinab nach Sölden.

Pasta-Party am Vorabend


4.000 Teilnehmer aus 29 Nationen am Start


Bis zu 18% weisen die Rampen der Westauffahrt am Kühtai auf


Während der Auffahrt tatsächlich Kühe auf der Fahrbahn! Auf der Abfahrt Richtung Kematen werden die Viehcher von den zahlreichen Ötzi-Helfern von der Fahrbahn ferngehalten. Selbst als vorsichtiger und leichter Fahrer erreicht man auf der Strecke Geschwindigkeiten von über 80km/h. Andere Fahrer erreichen hier über 100km/h.


Erste Verpflegungsstelle am Kühtai in 2.020m Höhe. Das Wetter ist (noch) gut, die eigene Zeit liegt (noch) im Soll, Achillessehne hält (noch)...


Am Rande der Autobahn geht es hinter Innsbruck auf ruhigen Wegen den Brenner hinauf


Auf dem Brenner gibt es wieder Verpflegung. Die Achillessehne zwickt, aber die Zeit ist noch akzeptabel. Der Camcorder, der auf sämtlichen Touren bislang treue Dienste leistete, gibt jetzt seinen Geist auf (daher hier leider auch kein YouTube-Video zu dieser Tour). Irgendwie war bei dieser Tour der Wurm drin...


Während die ersten schon im Ziel sind, ziehen dann bei der Auffahrt zum Jaufenpass in der Ferne auch noch die befürchteten Regenwolken auf


Die Rampen am Jaufen werden zum Scharfrichter: Schmerzen in der Achillessehne und die Zeit läuft unerbittlich davon. Kette gaaanz, gaaanz links, aber auch 30/27 hilft nicht mehr, scheiß Quälerei...


Nach gefühlt endlos langer Auffahrt wird um 15:15 Uhr die Passhöhe endlich erreicht, aber die vorgegebene Zeit ist eigentlich nicht mehr zu retten. Um 15:30 Uhr soll der Kontrollpunkt in St. Leonhard sein, also wird die Verpflegung auf dem Jaufen ausgelassen und die Abfahrt schnell in Angriff genomen. Mit 15 Minuten Verspätung wird die Zeitmessung passiert und man darf im Rennen bleiben. Kein Problem, das offizielle Streckenprofil zeigt ja nach nur 19km auf ca 1.350m Höhe die nächste Verpflegungsstation Schönau an. Der herbeigesehnte Zucker-Koffein-Schock aus einem Liter Cola-RedBull wird dort hoffentlich helfen. Blöd nur, dass Schönau tatsächlich auf 1.750m Höhe liegt und man bis dort hin schon die halbe Strecke zum Timmelsjoch hinter sich bringen muss. Und wieso zeigt der Radcomputer erstmals in seinem Leben heute nur Unsinn an? Die km-Angaben sind irgendwie zu lang (vgl. oben das Profil, das ist etwa 20km zu "lang" geraten. Hab den Pulsmesser in Verdacht, die beiden vertragen sich nicht!). Irgendwie war der Wurm drin...


Schönau ist erreicht, aber nichts geht mehr! Beinmuskulatur weich wie Pudding, starke Schmerzen in der Achillessehne, Besenwagen im Nacken und jetzt auch noch der befürchtete Wettersturz mit starkem Regen. Der Blick hinauf in die dunkle Wolkendecke am Timmelsjoch ist wenig motivierend.


Wie bei jedem Jedermann-Rennen spielen sich die wahren Dramen am Ende des Feldes ab. Krankenwagen und Besenwagen dominieren das Bild. Die Rennleitung entscheidet an dieser Stelle um 18:00 Uhr auf Abbruch für alle, die da hinten noch rumeiern. Tja, die blöde Rennleitung. Ich wäre natürlich noch locker die spektakuläre Südrampe des Timmelsjoch durch Starkregen und unter ebenso starken Schmerzen hochgeradelt und hätte die Abfahrt dann im Dunklen gemeistert ;-)


Fazit: Tolle Veranstaltung, gut organisiert (bis auf die falsche Höhenangabe bei Schönau). Aber es sollte wohl dieses Jahr noch nicht sein. Was schief gehen konnte, ging schief! Und nur 2.500km seit Saisonbeginn sind einfach zu wenig, um innerhalb des Zeitlimits zu bleiben. Und so wird auch diese Geschichte zum Mythos Ötzi beitragen... Nächstes Jahr dann ein neuer Anlauf und dann ist das Ötzi-Miststück locker in 10 Stunden fällig!



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