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Pässe und Bergstraßen per Fahrrad

Mit dem Rennrad und dem Mountainbike
unterwegs auf einigen der berühmtesten Anstiege der Welt

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PASSZWANG.DE

Die höchsten mit dem Fahrrad befahrbaren Pässe und Bergstraßen der Welt
(Version 24 / Februar 2018)

asphaltiertunbefestigt
Südamerika: Chivay-Arequipa / Peru4.910m Uturuncu / Bolivien5.768m
Asien: Taglang La / Indien5.358m Marsimik La / Indien5.680m
Afrika: Dodola-Dinsho / Äthiopien3.610m Tulluu Dimtuu / Äthiopien4.377m
Nordamerika: Mount Evans / USA4.307m White Mountain Peak / USA4.344m
Ozeanien: Mauna Loa / Hawaii (USA)3.397m Mauna Kea / Hawaii (USA)4.200m
Europa: Pico del Veleta / Spanien3.394m Col du Jandri / Frankreich3.200m
Frankreich: Cime de la Bonette2.802m
Italien: Stilfser Joch2.758m
Schweiz: Umbrailpass2.503m
Österreich: Ötztaler Gletscherstraße2.822m
Deutschland: Alpe Schlappold1.740m

asphaltiert
Südamerika: Chivay-Arequipa / Peru4.910m
Asien: Taglang La / Indien5.358m
Afrika: Dodola-Dinsho / Äthiopien3.610m
Nordamerika: Mount Evans / USA4.307m
Ozeanien: Mauna Loa / Hawaii (USA)3.397m
Europa: Pico del Veleta / Spanien3.394m
Frankreich: Cime de la Bonette2.802m
Italien: Stilfser Joch2.758m
Schweiz: Umbrailpass2.503m
Österreich: Ötztaler Gletscherstraße2.822m
Deutschland: Alpe Schlappold1.740m

unbefestigt
Südamerika: Uturuncu / Bolivien5.768m
Asien: Marsimik La / Indien5.680m
Afrika: Tulluu Dimtuu / Äthiopien4.377m
Nordamerika: White Mountain Peak / USA4.344m
Ozeanien: Mauna Kea / Hawaii (USA)4.200m
Europa: Col du Jandri / Frankreich3.200m

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Die Suche nach den weltweit höchsten mit dem Fahrrad befahrbaren Straßen ist vor allem durch vielfach ungeklärte tatsächliche Höhen geprägt. So liefern einschlägige Literatur, Kartenangaben und vor allem das Internet tausende Fundstellen und etliche (teilweise fragwürdige und widersprüchliche) Ergebnisse, die man mit quasi-wissenschaftlichem Eifer hinterfragen kann. Dabei ist zu berücksichtigen, dass der Straßenbau vor allem im Himalaya, in den Anden und in Afrika ständig voranschreitet, der tatsächliche Zugang zu diesen Pisten teilweise von politischen und auch klimatischen Entwicklungen abhängt, vorhandene Pisten teilweise verfallen und die Suche nach den höchsten mit dem Fahrrad befahrbaren Bergstraßen so einem steten Wandel unterliegt. Darüber hinaus ermöglichen immer leichter werdendes Material und kleinere Standard-Übersetzungen sowohl am Rennrad wie auch am Mountainbike das Erklimmen immer größerer Höhen, die vor Jahren noch undenkbar waren.

Neben dem Himalaya sind der bolivianische Altiplano sowie die chilenische Atacama-Wüste die Gegenden mit den höchsten Bergstraßen der Welt. In der Vergangenheit wurden in Chile und Bolivien Straßen zu Schwefelminen in deutlich über 5.000m Höhe errichtet und in jüngster Zeit werden dort in diesen Höhen astronomische Observatorien gebaut, die über entsprechende Straßen erreicht werden können.

Bei der Höhenmessung ist zu berücksichtigen, dass sowohl reine GPS- wie auch reine barometrische Messungen ihre jeweiligen Schwächen haben. GPS liefert falsche Ergebnisse, wenn in Funklöchern weniger als vier Satelliten zur Verfügung stehen. Dies reicht zwar aus, um die globale Position exakt zu bestimmen, verfälscht aber die Höhenangabe. Daher ermitteln die meisten GPS-Empfänger der einschlägigen Marktführer die Höhe gar nicht rein per GPS sondern mit einem integrierten barometrischen Höhenmesser. Rein barometrische Höhenmesser liefern aber nur dann zuverlässige Ergebnisse, wenn sie zuvor entsprechend kalibriert wurden und die Wetterlage stabil bleibt. Vor allem die zutreffende Kalibrierung kann in entlegenen Gebieten der Anden oder des Himalaya durchaus schwierig sein. Aus dem Zusammenspiel von GPS- und barometrischen Angaben in Reiseberichten sowie den Höhenangaben in Google Maps/Earth lässt sich aber ein halbwegs zuverlässiges Bild gewinnen.

Außerdem schwebt über allem die grundsätzliche Frage, wann eine Strecke noch als bergauf befahrbar mit dem Fahrrad gilt. Natürlich kann man Schiebe- und Tragepassagen in Kauf nehmen und so querfeldein auf dem Mountainbike irgendwelche Gipfel erreichen. Dies hat zu den in Einzelfällen berichteten Höhen von deutlich über 6.000m in Bolivien, Ladakh/Indien und insbesondere am Ojos del Salado/Chile geführt. Die hier gemeinte Suche folgt dagegen der einfachen Vorstellung, dass man dort mit einem Fahrrad durchgehend fahrend hochkommt, wo auch ein motorisiertes zweispuriges Fahrzeug auf einer dafür vorgesehenen Strecke seinen Weg findet. Die Praxis zeigt allerdings, dass auch solche Pisten nicht immer mit einem Fahrrad zu bewältigen und die Grenzen zwischen Radsport und Radschieben fließend sind.

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Südamerika

Am chilenischen Vulkan Ojos del Salado führt eine Piste, die mit motorisierten zweispurigen Fahrzeugen befahren werden kann, bis zum Refugio Tejos (5.820m). Diese Fahrspur kann sogar noch weiter bis auf etwa 5.900m befahren werden. Dahinter beginnt das weglose Gelände, in dem mehrfach Höhenweltrekorde mit Allradfahrzeugen und auch mit speziell angefertigten Mountainbikes aufgestellt worden sind. Die Piste hinauf zum Refugio Tejos gilt allerdings als sehr sandig und steinig und weist im letzten Teil eine durchschnittliche Steigung von 15% auf, so dass der Weg faktisch nicht mit einem konventionellen Fahrrad zu bewältigen sein soll.

Die wohl höchste derzeit mit dem Fahrrad zu bewältigende Straße der Welt führt im Südwesten Boliviens auf den Vulkan Uturuncu bis in den Sattel des Doppelgipfels und erreicht dort eine maximale Höhe von 5.768m. Bis in die 90er Jahre hat es dort eine Schwefelmine gegeben, welche über diese unbefestigte Piste erschlossen war. Der Weg wird heute noch von einheimischen Guides zugänglich gehalten und ist entgegen gelegentlich zu lesender Berichte nicht etwa verschüttet, sondern weiterhin bis oben fahrbar (November 2013). Mit entsprechender Kondition und Höhenadaption ist der Weg auch mit dem Fahrrad zu bewältigen.

Interessant sind die aktuellen Entwicklungen am bolivianisch/chilenischen Vulkan Acotango. Im Gegensatz zum Uturuncu wird an diesem Vulkan wieder aktiver Schwefelbergbau betrieben und so wird derzeit von bolivianischer Seite eine Straße immer weiter hinauf gebaut. Die Piste ist deutlich weniger sandig als am Uturuncu und gilt als gut befahrbar. Voneinander unabhängige Quellen benennen eine aktuelle Höhe am Ende der Rampe von ca. 5.700m.

Am chilenischen Vulkan Aucanquilcha hat es ebenfalls bis in die 90er Jahre eine Schwefelmine sogar in über 6.000m Höhe gegeben. Und auch diese Mine war über eine Straße erschlossen. Seit Stilllegung der Mine ist diese Piste aber zunehmendem Verfall ausgesetzt und heute nur noch bis etwa 5.500m befahrbar. In unmmittelbarer Nachbarschaft wird am noch aktiven Vulkan Ollagüe unterhalb des Gipfels weiterhin Schwefel-Bergbau betrieben und es führen sowohl von chilenischer wie auch bolivianischer Seite jeweils Straßen zu diesen Minen bis in Höhen von ebenfalls etwa 5.500m. Die gleiche Höhe wird auf einem befahrbaren Weg am Vulkan Tacora im Grenzgebiet zwischen Chile und Peru erreicht. Die genannten unbefestigten Pisten sind allesamt auf Satellitenbildern deutlich identifizierbar und Google Maps/Earth bestätigt die genannten Höhen.

Eine gut fahrbare 5.000er-Piste ist die unbefestigte Bergstraße bei La Paz/Bolivien hoch zum Chacaltaya (5.200m). Hier war früher das höchstgelegene Skigebiet der Welt beheimatet. 250 Kilometer weiter nordwestlich liegt in Peru die höchste Stadt der Welt: La Rinconada (5.100m) kann über eine unbefestigte Straße erreicht werden. Daneben gibt es in Peru in den Provinzen Arequipa und Apurimac weitere zahlreiche namenlose Passstraßen, die ihre Scheitelpunkte jeweils in über 5.000 Meter haben sollen.

Ebenfalls hoch hinaus geht es auf der Hochebene der chilenischen Atacama-Wüste, der trockensten Wüste der Welt. Wegen der dort herrschenden klimatischen Bedingungen im Grenzgebiet zu Bolivien sind in der Steinwüste zahlreiche wissenschaftliche Observatorien errichtet worden. Die Gegend rund um das Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA) ist ein wissenschaftliches Sperrgebiet auf etwa 5.000 Meter Höhe. Derzeit wird dort unter anderem auf dem Cerro Chajnantor in 5.612m Höhe das Cornell Caltech Atacama Telescope (CCAT) gebaut. Bilder auf der CCAT-Website und auch Satellitenbilder auf Google Earth zeigen deutlich eine mit Auto befahrbare Schotterpiste hoch zum geplanten Observatorium auf über 5.600 Meter Höhe. Die gesamte Gegend ist aber nicht frei zugänglich, sondern wird von ALMA kontrolliert. Auf Nachfrage wird die Fahrt auf den Cerro Chajnantor derzeit ausdrücklich nicht zugelassen. Die Zufahrt ist außerdem durch einen Zaun versperrt. Ganz in der Nähe findet sich am Cerro Sairecabur ein mobiles Receiver Lab Telescope. Dieses und die Straße dorthin sind auch in Google Maps/Earth deutlich zu erkennen und werden dort mit einer Höhe von etwa 5.525m angezeigt. Dies deckt sich mit der Höhenangabe auf wissenschaftlichen Websites zu diesem Observatorium. Fotos zeigen dort Allrad-Fahrzeuge direkt neben der Einrichtung und Satellitenbilder belegen, dass die Straße dahinter sogar noch etwas weiter auf eine Höhe von über 5.600m führt.

Als höchste asphaltierte Straße Südamerikas wird gern der Ticlio-Pass/Abra Anticona (4.818m) in Peru östlich von Lima genannt. Allerdings geht es noch höher hinauf auf der mittlerweile durchgehend asphaltierten Straße des Paso de Jama, welcher Argentinien mit San Pedro de Atacama in Chile verbindet und der an seiner höchsten chilenischen Stelle 4.831 Meter erreicht. Allerdings scheint in Peru die sauber asphaltierte Straße von Chivay nach Arequipa (4.910m) noch höher zu sein. Fotos zeigen auf der namenlosen Passhöhe einen Stein mit der Angabe von 4.910m und auch Google Maps will dort etwa 4.860m messen – und damit jedenfalls mehr als am Ticlio-Pass und am Paso de Jama.


Asien

Unübersichtlich ist die Situation im asiatischen Himalaya. Hier tauchen immer wieder neue Infos und Fotos zu angeblich sehr hohen Passstraßen in der Grenzregion von China/Indien/Pakistan und auch in Tibet auf, die sich allerdings nur schwierig verifizieren lassen. Zu den genannten Pässen zählt insbesondere im indischen Ladakh im Grenzgebiet zu China der Umling La (5.786m), der auf aktuellen Satellitenbildern deutlich identifizierbar ist und angeblich bis Ende 2018 von den örtlichen Behörden zu einer echten Straße ausgebaut werden soll. In Tibet wird von einzelnen Quellen der ebenfalls auf Satellitenbildern erkennbare Lajiong La (5.821m) als fahrbar eingestuft. Daneben werden außerdem gelegentlich der Kiu La (5.711m) oder auch die unbefestigte Straße an der indisch/tibetischen Grenze hinauf zum Mana La = Dungri La (>5.600m) genannt. Am Siachen-Gletscher in der Grenzregion Pakistan/Indien/China wird der Karakorum-Pass meist mit 5.575m angegeben. Und am Marsimik La im indischen Ladakh geht es an der Grenze zu China auf einer unbefestigten Piste bis auf 5.680m hinauf. All diese Bergstraßen eint, dass Infos über deren Befahrbarkeit und Beschaffenheit wegen ihrer militärstrategischen Bedeutung kaum zu finden sind und die Pässe ohnehin für ausländische Zivilisten überwiegend nicht zugänglich sein sollen. Am verlässlichsten scheinen noch die Infos zur tatsächlichen Befahrbarkeit des Marsimik La zu sein. Die Entwicklung insbesondere am Umling La bleibt abzuwarten. Im Ergebnis ist unklar, welches tatsächlich die derzeit höchste mit dem Rad befahrbare Bergstraße des Himalaya ist.

Im indischen Ladakh beansprucht zwar weiterhin der Khardung La (5.602m) fälschlicherweise den Titel „Highest motorable road in the world“ für sich. Diese Info findet sich nicht nur vor Ort, sondern wird auch unzählige Male in Reiseberichten wiederholt. Doch die offizielle Höhenangabe von 5.602m ist offenkundig nicht zutreffend. Tatsächlich sind es nur etwa 5.360m. Diese deutlich niedrigere Höhe wird in zunehmender Anzahl in jüngeren Reiseberichten verbreitet und deckt sich auch mit den Google Earth/Maps-Höhenwerten.

Frei zugänglich sind in Tibet der Semo La (5.565m) und auch der Suge La (meist mit 5.430m angegeben / bei Google Maps sogar über 5.500m). Auch der über eintausend Kilometer lange Mountainbike-Klassiker vom tibetischen Lhasa in das nepalesische Kathmandu überquert gleich mehrere 5.000 Meter-Pässe. Dieser Weg wird auf tibetischer Seite zunehmend zur asphaltierten Fernverkehrsstraße ausgebaut und erreicht etwa beim Gyatso La = Lhakpa La eine Höhe von 5.220m. Noch höher hinauf geht es am indischen Taglang La (5.358m) in Ladakh. Nach jüngst erfolgter durchgehender Asphaltierung stellt der Taglang La damit den derzeit höchsten asphaltierten Pass des Himalaya (und wohl der Welt) dar. Die Straße zum Everest Base Camp (5.150m) auf tibetischer Seite ist mittlerweile auch durchgehend asphaltiert und bereits mit dem Rennrad bezwungen worden.


Afrika

Die höchsten Straßen Afrikas müssten sich in Marokko, im bergigen Ostafrika (Äthiopien, Kenia, Uganda, Tansania) oder in Südafrika/Lesotho finden. Auch hier gestaltet sich die Informationsbeschaffung allerdings schwierig, da die Gegenden zum Teil noch nicht sehr erschlossen und daher nur wenige Radreiseberichte zu finden sind.

Im Hochland von Äthiopien finden sich mehrere Straßen, die ihren Scheitelpunkt bei über 3.000m haben. Im Simien-Gebirge führt eine unbefestigte Piste am Mount Buahit sogar bis auf über 4.000m Höhe und im Südosten Äthiopiens führt eine asphaltierte Straße zum Bale Mountains Nationalpark. Zwischen den Orten Dodola und Dinsho erreicht diese Strecke auf 3.610m ihren namenlosen höchsten Punkt. Übertroffen werden diese Höhen aber noch von der nicht asphaltierten Straße über das Sanetti-Plateau im genannten Nationalpark. Ein Abstecher von dieser Piste führt zu einer Fernmeldeanlage auf dem Tulluu Dimtuu (4.377m), einen der höchsten Berge des Landes. Dieser Weg ist frei zugänglich befahrbar.

Die südafrikanischen Drakensberge erreichen ihre höchsten Punkte im Inselstaat Lesotho. Dort führt eine befestigte Straße durch das Land über den Tlaeeng Pass (3.251m). Fotos zeigen die Passhöhe mit asphaltierter Straße und dieser Höhenangabe, welche durch Google Earth/Maps bestätigt werden kann. Auf dem Weg dahin gelangt man von Südafrika über den Sani Pass (2.873m) und bereits in Lesotho über den Kotisephola Pass/Black Mountain Pass (3.240m), die aber offensichtlich nur Schotterpisten sind. Am Kilimanjaro/Tansania könnte man mit einem Mountainbike theoretisch auf der Marangu-Trekkingroute bis zur Kibo Hut auf 4.700m fahren, wenn denn nicht der Nationalpark für Radfahrer gesperrt wäre. Eine asphaltierte Straße (mit mörderischem Verkehr) führt bis zum Marangu-Gate auf knapp 1.900m.

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Nordamerika

Die höchsten mit dem Fahrrad befahrbaren Rampen Nordamerikas liegen überwiegend in den Rocky Mountains im US-Bundesstaat Colorado, die allesamt in der Spitze eine Höhe von über 4.300 Metern erreichen. Dort liefern sich die Straßen hinauf zum Mt. Evans (4.307m) und zum Pikes Peak (4.301m) seit jeher ein Wettrennen um Besucherströme. Während auf den Mt. Evans schon seit langem eine durchgehend asphaltierte und mit dem Rennrad befahrbare Straße führt, wurde mittlerweile auch die Rampe zum Pikes Peak entsprechend modernisiert und seit dem Jahr 2013 auch ausdrücklich für Rennradler freigegeben. Für Mountainbiker findet sich die höchste Piste dagegen in den kalifornischen White Mountains. Auf den dortigen White Mountain Peak (4.344m) führt eine unbefestigte Bergstraße.


Ozeanien

Da Hawaii geographisch zu Ozeanien gezählt wird, ist die teilweise unbefestigte Strecke hoch zum Observatorium auf dem Vulkan Mauna Kea (4.200m) die höchste mit dem Fahrrad erreichbare Stelle des Kontinents. Direkt gegenüber liegt der Vulkan Mauna Loa, an dessen Nordflanke ein Observatorium in 3.397m Höhe errichtet worden ist. Diese Einrichtung ist über eine durch Lavafelder führende schmale asphaltierte Straße zugänglich und damit wohl auch mit einem Rennrad erreichbar. Anderenfalls muss als höchste asphaltierte Bergstraße des Kontinents wohl die Straße in das Skigebiet Charlotte Pass (1.840m) am Mount Kosciuszko in Australien genannt werden. Von höheren befestigten Straßen in Neuseeland oder Neu-Guinea ist nichts bekannt.

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Europa

Die höchste auf einer Straße erreichbare Stelle Europas findet sich nicht etwa in den Alpen sondern in der spanischen Sierra Nevada. Dort führt eine im unteren Teil sauber asphaltierte Passstraße von Granada aus bis etwa einhundert Höhenmeter unter den Gipfel des Pico del Veleta (3.394m). Die Südrampe des Veleta ist dagegen schmal und unbefestigt, kann aber mit dem Mountainbike gut bezwungen werden. Direkt neben dem Pico del Veleta liegt der noch höhere Mulhacen (3.482m), dessen Gipfel mit einem Mountainbike eigentlich über einen ehemaligen unbefestigten Fahrweg erreicht werden könnte. Der Mulhacen ist allerdings für Mountainbiker gesperrt. Und auch in den Alpen kann die 3.000-Meter-Grenze auf diversen schmalen Pfaden und unter Inkaufnahme von Schiebe- oder Tragepassagen (teilweise über Gletscher) deutlich überschritten werden. Als durchgehend fahrbare unbefestigte 3.000er-Bergstraßen sind in erster Linie die Pisten vom französischen Les Deux Alpes hinauf zum Col du Jandri (3.200m), in Südtirol zum Ortlerhaus (3.025m) und im italienischen Susa-Tal hoch zum Colle Sommeiller (3.009m) zu nennen. Weitere unbefestigte Fahrwege führen außerdem im österreichischen Ötztal auf den Gaislachkogel (3.040m) und den Wurmkogel (3.023m). Auch am Madritschjoch (3.123m) in Südtirol kommen sehr starke Biker auf einer Fahrspur bis etwa 3.000m fahrend hinauf. Wer dort nicht zum Joch hinaufsteigt, sondern zu den Bergstationen der Schöntauf-Seilbahnen abzweigt, kann eine Höhe von über 3.200m mit dem MTB erreichen. Diese extrem steilen Rampen sind aber nur mit entsprechender Kraft und Technik und sehr kleiner Mountainbike-Übersetzung zu bewältigen. Die Wege zum Bontadini-Lift (3.332m) und dort abzweigende noch höhere Punkte beim Theodulpass an der Grenze zwischen Italien und der Schweiz oder zum französisch/italienischen Mont Chaberton (3.131m) werden überwiegend als nicht durchgehend befahrbar beschrieben. Gleiches gilt wohl auch für den Col de Rosael (3.000m) im französischen Maurienne-Tal. Außerhalb der Alpen sollen die Rampen zum Kraterrand des sizilianischen Ätna (3.000m) und der Weg hoch zum russischen Observatorium Terskol (etwa 3.100m) im Nordkaukasus am Elbrus nicht unerwähnt bleiben.

Deutschland: Gern diskutiert wird die Frage, welches die höchste mit dem Rennrad erreichbare Stelle Deutschlands ist. Die Roßfeld-Höhenringstraße (1.540m) bei Berchtesgaden wird in unmittelbarer Nähe noch von der kurvenreichen asphaltierten Privatstraße hoch zum Parkplatz Kehlsteinhaus (1.716m) übertroffen, die aber nur von Touristen-Bussen genutzt werden darf und für Radfahrer gesperrt ist. Es gibt allerdings daneben eine alte Militärpiste, die ebenfalls zu diesem Parkplatz führt und mit MTB genutzt werden kann. Von Oberstdorf führt eine asphaltierte Anliegerstraße mit sehr starker Steigung zur Alpe Schlappold (1.740m) am Fellhorn. Ebenfalls in Oberstdorf beginnt ein Wirtschaftsweg hoch zum Edmund-Probst-Haus (1.932) am Nebelhorn, der noch weiter bis auf eine Höhe von mehr als 2.000 Meter führt. Die tatsächliche Fahrbarkeit dieser extrem steilen Rampe wird aber sehr unterschiedlich eingeschätzt. Ein Kandidat für die MTB-Freunde ist die Forststraße zum Osterfelderkopf (2.032m) und der Bergstation der Alpspitzbahn bei Garmisch-Partenkirchen.

Österreich: In Österreich gibt es für Rennradler drei Bergstraßen, die auf eine Höhe von mehr als 2.500m führen. Von Sölden im Ötztal kann man Österreichs höchste Straße zum Ötztaler Gletscher (2.822m) oder die Nordrampe des Timmelsjoch (offiziell 2.509m / tatsächlich etwa 2.474m) nehmen. Daneben sind noch die Großglockner-Straße (2.571m) und die Straße hoch zum Kaunertal Gletscher (2.750m) zu nennen.

Schweiz: Höchster mit dem Rennrad bezwingbarer Pass der Schweiz ist der Umbrailpass (2.503m), der in unmittelbarer Nähe zur italienischen Grenze und zum Stilfser Joch liegt. Die höchsten innerschweizer Pässe bleiben dagegen alle knapp unter 2.500m. Der Nufenenpass (2.478m) ist der höchste dieser Pässe.

Italien: Die Nordrampe des Stilfser Joch (2.758m) bildet nicht nur Italiens höchste asphaltierte Straße sondern zugleich eine der spektakulärsten Rampen Europas. Dahinter rangieren für Rennrad-Freunde die Ostrampe des Colle dell'Agnello (2.744m), der Gaviapass (2.652m) und der Colle del Nivolet (2.612m).

Frankreich: Höchste mit dem Rennrad erreichbare Stelle Frankreichs ist die Cime de la Bonette (2.802m) kurz oberhalb des gleichnamigen Passes. Höchster "echter" französischer Passübergang ist dagegen der Col de l'Iseran (2.770m) gefolgt von der Westrampe des Col Agnel (2.744m) und dem legendären Col du Galibier (2.645m).


Antarktis

Selbst in der Antarktis gibt es eine unbefestigte "Straße": Die South Pole Traverse ist eine 1.500 Kilometer lange ausgeschilderte Schneepiste, die vom McMurdo Hafen über das Ross-Schelfeis durch das Transantarktische Gebirge bis hin zum Südpol führt. Die Trasse wird von Schneefahrzeugen genutzt, um die Amundsen-Scott-Station am Südpol (2.835m) zu versorgen. Auf einer anderen Route haben im Januar 2012 erstmalig Radsportler auf speziell dafür hergestellten Rädern den Südpol erreicht. Die Tour führte über das Antarktische Plateau (durchschnittliche Höhe 3.000 Meter) und wurde von Begleitfahrzeugen und Fernsehteams unterstützt, aber zu erheblichen Teilen mit Windsegeln und auf Skiern zurückgelegt. Die tiefsten Temperaturen im antarktischen Sommer liegen allerdings bei minus 40 Grad Celsius, so dass es auf dem Rad etwas frisch sein mag.

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